Drängende Probleme - globale Lösungen
In den vergangenen Jahrzehnten haben wir gelernt, unsere Umwelt bewusster wahrzunehmen und sie zu schützen. Unser Planet gilt nicht länger als unerschöpfliche Lagerstätte von Ressourcen, die uns ein „Paradies auf Erden“ ermöglichen sollen und dazu ausgebeutet werden können. Wir wissen längst, dass der Lebensraum Erde anfällig ist für die Eingriffe des Menschen, er kann auf Dauer nur bestehen, wenn sein empfindliches Gleichgewicht gewahrt bleibt.
Erste wichtige Konsequenzen aus diesem neuen Bewusstsein waren der Naturschutz, das Recycling von Papier, Kunststoffen, Glas usw., die vielfältigen Maßnahmen zur Energieeinsparung, die Entwicklung ressourcenschonender Techniken bis hin zu einem Bio-Boom in der Lebensmittelbranche.
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Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, dann geht es um alles – im wahrsten Sinne des Wortes. Nachhaltigkeit meint den Planeten, meint die Natur, meint Mensch und Tier, Individuum und Gesellschaft, Ressourcen und Technik, Gegenwart und Zukunft.
Es wurde längst erkannt, dass die drängenden Probleme der Welt globaler Natur sind und nur global gelöst werden können – hier sei beispielhaft die Erderwärmung genannt. Bisherige Anstrengungen haben allerdings keine Wende gebracht. Auch technische Lösungen an der einen oder anderen Stelle – wie z. B. die Entwicklung eines 3-Liter-Autos – sind für sich genommen völlig unzureichend. Vielmehr gilt es, Produktion und Konsum weltweit und grundsätzlich umzugestalten. Hier müssen Wirtschaft und Gesellschaft Hand in Hand arbeiten. Der Grundsatz der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und ist schon über 200 Jahre alt. Damals schrieb der deutsche Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig, dass einem Wald stets nur so viel Holz entnommen werden sollte, wie auch wieder nachwachsen kann – sodass der Wald nie völlig abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann.
1983 setzten die Vereinten Nationen die „Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“ ein, die 1987 den sogenannten „Brundtland-Bericht“ veröffentlichte. Darin steht eine Formulierung, die seitdem maßgeblich für die Definition von Nachhaltigkeit ist, nämlich dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. (Quelle: www.nachhaltigkeit.info)
Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit
Der umfassende Anspruch der Nachhaltigkeit, bei dem die Welt als Ganzes betrachtet wird, spiegelt sich im „Drei-Säulen-Modell“ wider. Darin wird Nachhaltigkeit in drei entscheidende Handlungsfelder unterteilt: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Alle drei Säulen gilt es beim nachhaltigen Handeln gleichermaßen und gleichzeitig zu berücksichtigen.
- Die ökologische Nachhaltigkeit verfolgt das Ziel, Natur und Umwelt für die nachfolgendenGenerationen zu erhalten. Dies schließt den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit Ressourcen und der natürlichen Umgebung ein.
- Die ökonomische Nachhaltigkeit verlangt von der Wirtschaft, dass sie darauf angelegt ist, dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand an jedem Ort der Welt zu bieten. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung.
- Die soziale Nachhaltigkeit möchte die Gesellschaft dahin bringen, dass alle ihre Mitglieder entsprechend ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten gleichermaßen an ihr teilhaben können. Eingeschlossen ist darin der Ausgleich sozialer Kräfte, um eine auf Dauer zukunftsfähige und lebenswerte Gesellschaft zu erreichen.
Je nachdem, was im Einzelfall sinnvoll ist, wird das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit auf lokaler, regionaler, nationaler oder globaler Ebene verfolgt. Wichtig ist dabei, stets alle drei Säulen gleichberechtigt zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang erfasst der Anspruch der Nachhaltigkeit immer mehr Bereiche, sei es der individuelle Lebensstil oder ganze Sektoren wie Mobilität und Energieversorgung. (Quelle: Wikipedia)
Nachhaltigkeit betrifft Wirtschaftsunternehmen
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Seit einigen Jahren wird der Anspruch der Nachhaltigkeit auch an Wirtschaftsunternehmen herangetragen. Ein Unternehmen wird nicht länger ausschließlich nach Erträgen und Arbeitsplatzsicherheit beurteilt. Ein Unternehmen gilt in zunehmendem Maße als gesellschaftlicher Faktor. Es wird danach beurteilt, in welchem Umfang es sich auch den ökologischen und sozialen Aspekten des eigenen Handelns widmet und nachfolgende Generationen im Blick hat. Das Drei-Säulen-Modell gilt also in zunehmendem Maße auch in der Wirtschaft.
Unternehmerische Nachhaltigkeit wird häufig auch als „Corporate Social Responsibility (CSR)“ bezeichnet, also als die Verantwortung des Unternehmens für Gesellschaft und Umwelt.
Zahlreiche Institutionen widmen sich nun diesem einen Thema: Wie handelt ein Unternehmen nachhaltig? Wie misst man Nachhaltigkeit im Unternehmen? Wie berichtet man über Nachhaltigkeit? Zu den anerkanntesten Institutionen im Bereich
der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit gilt die „Global Reporting Initiative (GRI)“.
Die GRI hat einen weitverbreiteten Standard entwickelt, der
- als Leitfaden zur Berichterstattung dient sowie Unternehmen und andere Organisationen dazu auffordert, die eigenen Leistungen und Probleme in Sachen Nachhaltigkeit zu kommunizieren,
- eine ausführliche Liste mit Themen und Prinzipien enthält, die ein Unternehmen nutzen sollte, um nachhaltiger zu werden.
Damit wird die Nachhaltigkeit eines Unternehmens messbar. Ziel der GRI ist,
dass ein Unternehmen sich Ziele in Sachen Nachhaltigkeit setzt, die es in einem bestimmten Zeitraum erreichen will – und dass dadurch eine Dynamik auch zwischen den verschiedenen Unternehmen entsteht, die ihre nachhaltige Entwicklung vergleichen.
Es gibt kaum noch ein Großunternehmen, das keinen Nachhaltigkeitsbericht in Anlehnung an die GRI veröffentlicht. Und es werden immer mehr mittelständische und kleine Unternehmen, die dieses Instrument für sich entdecken. Nicht zuletzt, damit die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr über das Thema Nachhaltigkeit wissen und sich in ihrem Unternehmen aktiv daran beteiligen können.





